Montag, 22. August 2011

Die Namen der Leute

Die Namen der Leute
Sind gar über-wichtig heute.
Und Kinder habens oft sehr schwer,
Heißen sie nicht grad Albert.

Heißt ein Kind zum Beispiel Devin,
Ist er so arm dran wie ein Kevin.
Einst war er nur allein zu Haus,
Heut ziehn die Lehrer die Nase kraus.

Schlechte Noten kriegt auch Justin
Autoritäten sagen: „Hast’n
Dachschaden, junger Mann?“
Obwohl er gar nichts dafür kann.

Gestraft sind auch die Mädchen,
Heißen sie statt Gretchen
Chantal oder Jaqueline
Wohnhaft aber in Berlin.

Liebe Eltern, wählt sehr weise
Eurer Kinder Lebensreise
Durch den Namen, den ihr gebt
Auf dass das Kind nach Höherem strebt

Ein kleiner Tipp an dieser Stelle:
Wählt alte Namen, das ist helle.
Wilhelm, Frieda, Paul und Emma
Sind wirklich kein Dilemma.


Sonntag, 21. August 2011

+++ News +++

Ab heute sind die Leseproben für "Last minute Liebe" auf der Verlagsseite von édition el!es in der Rubrik Fortsetzungsgeschichten einsehbar.
Noch einen Monat bis zum Erscheinungstermin des Romans!
Viel Spaß beim Reinlesen!

Montag, 15. August 2011

Der Welt den Rücken

Elke Heidenreichs Erzählband hat einen so eindrucksvollen Titel, dass ich selbst als Überschrift für diesen Blogbeitrag nichts anderes verwenden möchte. Der Ursprung liegt in einem Zitat, das den Geschichten voran steht:
„…weil das Glück eines Paares stets
der Welt den Rücken kehrt…“
(Romain Gary)
Man genügt sich als Paar, man lebt von Luft und Liebe. Das trifft in der Regel nur auf eine sehr eingeschränkte Zeitspanne zu. Die Zeit, in der man sich als Paar ausreichend beschnuppert hat, um sich zu vertrauen und zu wissen, welche Richtung man einschlägt, gleichzeitig aber noch in einer frühen Phase, bevor man je eine Routine aufbauen kann oder sich an Eigenschaften des Partners stören könnte.

Quelle: hanser-literaturverlage.de

Womit ich diesen Blogeintrag aber eigentlich beginnen wollte, war in etwa folgender Satz: Manchmal begegnen einem lesbische Figuren, wenn man sie gerade am wenigsten erwartet. Ich stand – hockte – vor meinem Bücherregal und las Klappentexte und wägte ab und entschied mich schließlich für dieses Büchlein, wollte mich auf etwas einlassen, von dem keine spezifischen Erwartungen hatte. Dann kam „Die schönsten Jahre“, die erste Geschichte, und Frau Heidenreich hatte mich sofort geködert. Eine durchaus nicht mehr ganz so junge Frau entdeckt, dass sie sich in eine Frau verliebt hat. Gleichzeitig werden viele alte Familiengeschichten abgehandelt. Dann kam „Silberhochzeit“, ein feierlicher Abend inmitten vieler Paare, ganz inklusive einem schwulen Paar, das die Stimmung zum Kippen bringt, als es die Aidserkrankung der einen Hälfte offenbart (allerdings müsste es richtiger HIV heißen). Mir entging auch nicht der Nebensatz, mit dem angedeutet wurde, dass die Ehegattin, die da Silberhochzeit feierte, sich immer mehr nach einem weiblichen Körper an ihrer Seite sehnt. Irritiert überprüfte ich noch einmal, in welchem Verlag das Buch erschien und ob ich irgendetwas verpasst hatte. Nein, es ist kein lesbischer Erzählband und das muss es auch gar nicht sein. Liebe ist Liebe und die Gefühle, die die Figuren eint, sind Zweifel und Sehnen nach etwas Größerem.
Ja, die Figuren ähneln sich so sehr, dass ich stellenweise dein Eindruck hatte, dass es sich um Archetypen handelt. Man findet immer wieder ähnliche Schablonenabdrücke: der dem Alkohol ein wenig zu sehr verfallene Literat, der ältere Herr mit der jüngeren (oberflächlichen?) Geliebten. Allesamt sind sie sich ohnehin sehr ähnlich. Sie sind reif (kennen den Krieg, die Nachkriegszeit oder die 68er nicht nur aus dem Geschichtsbuch), sind gebildet, kreativschaffend, politisch, realistisch, aber zuweilen auch sehr sentimental. Diese Ähnlichkeiten machten es mitunter schwierig, das Personal der einen Erzählung von dem der nächsten abzugrenzen. Vielleicht wäre ein Roman das bessere Format für diesen Themenkreis gewesen.
Als ich fast durch war, dachte ich: Wo ist bloß das der-Welt-den-Rücken-kehren? Wo ist die ekstatische erste Liebe? Höchstens kleine Fünkchen konnte ich erkennen oder maximal ergraute Erinnerungen an Extasen der Vergangenheit. Dann erst kam die Titelgeschichte. Sie ist wunderbar herzerwärmend und für meinen Geschmack die schönste von allen. So sehr man auch versucht, von anderen unabhängig zu sein, sich selbst zu lieben, um nicht hoffnungslos den falschen Männern oder Frauen hinterher rennen zu müssen, so sehr muss man sich auch eingestehen, dass es nichts Schöneres gibt, als der Welt in trauter Zweisamkeit den Rücken zu kehren. Diese zehn Minuten, zehn Stunden oder zehn Tage werden einen ein Leben lang nicht mehr loslassen.

Mehr dazu hier oder hier

Montag, 8. August 2011

Darf ich vorstellen?

Fast einen Monat gibt es jetzt diesen Blog. Zeit, euch mein Maskottchen vorzustellen. Maskottchen sind ja in der Regel Plüschtiere, gern auch eine Plüschtierhülle mit einem Menschen drin. Ich habe mal etwas ganz Anderes dazu auserkoren: ein zartes kleines Pflänzchen. Der Grund ist, dass es in etwa so alt ist wie dieser Blog und die Symbolik ist natürlich klasse: beide wollen wachsen und gedeihen. Hach ja. Außerdem hätte ich kein passenderes Grünzeug hochziehen können. Es ist nämlich genau wie ich eine echte Mimose! Ja, dieser Blog hat Bildungscharakter. Ihr habt sicherlich noch nie eine Mimose gesehen. Bitte schön.


Gut, sie ist noch klein, also wohl eher noch ein Mimöschen.
Dann bin ich mal gespannt, wer zuerst eingeht.

P.S.: Braucht die Kleine einen Namen, um ein noch besseres Omen für diesen Blog darzustellen? Ich stimme mal ganz unkreativ für Mimi. 


Mittwoch, 3. August 2011

still

Warum heißt das stille Örtchen still?
Ich kann machen, was ich will.

Man hört einfach immer was.

Montag, 1. August 2011

Who killed Wellington?

Teenager Christopher Boone finds the neighbour’s dog Wellington murdered with a garden fork. That is how the story “The Curious Incident of the Dog in the Night-Time” (by Mark Haddon) begins. It does not take long to realise that Christopher is a bit different than the majority of people. He is an autist. He does not like it if people come too close and quite often he does not even understand what they are saying because metaphors and idioms are actually lies*.
Christopher has decided he wants to write a murder mystery, only he can not lie and writing fiction means to lie (just as much as saying someone is the apple of your eye). So his text is more of a diary than a purely fictitious text. He likes mathematics, order, rules, plans and timetables and one can often find mathematical questions embedded in his explanations. The language mirrors Christopher’s character in a perfect way. The text is easy to read (and therefore recommendable for teenagers as well as adults), still Christopher’s thoughts are very different, surprising and even philosophical sometimes. And suddenly, completely unexpected, the whodunit is solved…but the story is not finished yet.
The book gives you a happy feeling but happens to touch you. My favourite quote and the sentence that made me smile most is: “(…) and I wrote a book and that means I can do anything!”
“The Curious Incident of the Dog in the Night-Time” is a wonderful, enlightening read with a very distinct narrator, a voice I have never heard before!

Check this out. 

*For example: it is impossible for a person to be the apple of someone’s eye. Christopher wonders about such things in great detail.