Sonntag, 30. Oktober 2011

Zwischen den Zeilen



Quelle: querverlag.de

„Inwiefern beeinflusst die Stadt, in der Sie leben, Ihr literarisches Schaffen?“ Diese Frage führt Maria, eine junge Literaturwissenschaftlerin aus Berlin, nach Barcelona. In Corinna Waffenders Debütroman „Zwischen den Zeilen“ kehrt sie dorthin zurück. In die Stadt, die zwar nie ihre Heimat war, aber für eine gewisse Zeit ihr Zuhause. Die Stadt, in der sie von Maria zu María wurde. Und vor allen Dingen der Ort, an dem sie mit Teresa zusammen war. Der Ort voller Erinnerungen, die hauptsächlich eines sind: bedrückend. Denn sie flüstern Teresas Namen an jeder Ecke. Woran die Beziehung zwischen Maria und Teresa zerbrach, weiß man erst nicht, die Ahnung verfestigt sich aber von Seite zu Seite mehr.
Maria interviewt eine Autorin nach der nächsten und plötzlich hat sie Bea vor sich. Sie ist völlig anders als die anderen: im Aussehen, in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen, im Schreiben, in ihren Antworten auf Marias Fragen und natürlich in dem, was sich zwischen ihr und Maria entwickelt. Die Begegnung ist für beide fast schon schmerzlich. Es geht tief, verwundet sie, verändert sie. Maria, die selbst mal Autorin war, das Schreiben aber mit dem Verlust ihrer großen Liebe verloren hat, findet es plötzlich wieder. Stückchenweise. Zaghaft. Bis es sich anfühlt, als wäre es nie weggewesen. Und wir dürfen teilhaben und eine Geschichte in der Geschichte lesen.
Bea hingegen verliert plötzlich ihr Schreiben. Kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, weil sie Nähe bisher nie zulassen konnte, nun aber diese endlose Sehnsucht in sich spürt. Sie liebt zum ersten Mal.
Was zwischen beiden dann passiert ist ein Drahtseilakt aus Wagen, Lieben und Furcht.
Sprache und Stil des Romans sind einzigartig, dicht und atmosphärisch. Die Stimmung ist durchweg melancholisch. Zu Beginn waren Marias Gedanken beinah eine Nuance zu geheimnisvoll. Die Andeutungen waren fast ein bisschen zu schmal um tiefergehendes Interesse bei mir zu wecken. Und dann stolperte ich auch noch bei der Einführung von Bea. Während des ersten Viertels des Romans war der Fokus auf Maria gerichtet. Plötzlich erfahre ich die Gedanken von Bea, die ich gar nicht wissen will, weil ich auf Marias Innensicht geeicht war. Je näher man Bea kennen lernt, desto klarer wird, dass es sich lohnt ihre Gedanken und Gefühle aus erster Hand zu erfahren. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, sie wäre eher eingeführt worden. Sie ist eine wunderbare Figur, aber ich hätte sie gern auch noch mehr verstanden.
Aber weil sie so wunderbar ist, sagt sie auch die ein oder andere Weisheit übers Schreiben, die mich sehr bewegt hat. „Wenn du eine Geschichte im Kopf hast und du schreibst sie nicht, dann ist das wie eine Abtreibung.“ Ich hoffe, jeder Autor und jede Autorin hat eine Gänsehaut oder bin nur ich so ein Sensibelchen, die da gerade den warnenden Blick von ungeschriebenen Figuren auf sich spürt?
Nach dem kleinen Stolperer bei der Einführung von Bea geht es aber nur noch bergauf und wird immer spannender. Es gehört in die Kategorie „Jetzt hätte ich aber gern noch weiter gelesen“.
Fazit: „Zwischen den Zeilen“ ist ein Debüt, das sich sehen lassen kann. 
Geeignet für: Literatinnen, Liebende und liebende Literatinnen

Das Buch ist leider nicht mehr lieferbar und kann momentan nur noch über antiquarische Wege aus zweiter Hand erworben werden.

Gewichtsverlust durch Schreiben


Wie wirkt sich das Schreiben eigentlich auf unsere körperliche Fitness aus? Ihr habt euch diese Frage noch nie gestellt? Wie ich überhaupt auf so was komme?
Nun, blicken wir doch einmal kurz zurück auf das Buch ‚Voll doof’, das ich hier bereits vorgestellt habe. In einem der Kapitel schreibt Wilson darüber, warum man auch sterben kann, ohne je ein Buch geschrieben zu haben. Dabei geht er erst einmal auf ein Gegenargument ein, nämlich die unsagbar therapeutisch wertvolle Wirkung, die dem Schreiben zugeschrieben wird. Soweit ist das sicherlich bekannt. Aber durch tägliches Schreiben von 15 Minuten soll man laut ‚The No Diet Diet’ sogar Gewicht verlieren. Super! Damit schlage ich also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: literarische Befriedigung und körperliche Ertüchtigung, die ganz nebenbei zur Traumfigur führt.
Eigentlich auch völlig nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was im Kopf beim Schreiben so alles passiert. Ob als Krimiautorin, die im Kopf dem Mörder durch schmale Gassen hinterherhetzt oder als Fantasyautorin, die auf Drachen reitend Schlachten für sich gewinnen muss oder aber als Erotikautorin, die… Da sind 15 Minuten schreiben fast so effektiv wie 15 Minuten joggen. Bestimmt!
Ich bin sowieso fest davon überzeugt, dass Schreiben Hochleistungssport ist. Nur eben geistiger Hochleistungssport. So ähnlich wie Schach. Manchmal stimme ich mich auf intensive Schreibphasen richtig ein, mache ein paar Stretchübungen, kreise die Schultern und stemme imaginäre Hanteln. Schon allein deswegen müsste man doch abnehmen.
Die anderen AutorInnen, die ich so kenne, sind ja auch alle schlank. Also muss es ja stimmen.
Wilson deckt den Irrtum schnell auf. „In 15 Minuten schaffen es viele Schriftsteller vielleicht, drei Tassen Tee zu schlürfen, ein paar Zettel von einem Haufen auf den anderen zu legen, die Verkaufszahlen der Konkurrenz auf Amazon auszuchecken, ein bisschen im Arbeitszimmer auf und ab zu gehen, eine halbe Keksschachtel zu verdrücken und sechsmal betrübt zu seufzen – aber auf keinen Fall nehmen sie dabei ab!“
Wäre ja auch zu schön gewesen um wahr zu sein. Oder gibt es da doch noch einen Trick? Dann verratet ihn mir bitte.
Wenigstens wird uns von Petrus nach dem missratenen Sommer ein goldener Herbst beschert, in dem frau sich auch mal mit dem Rad fortbewegen kann. Das ist gut für die Fitness und gleichzeitig kann man seinen Gedanken nachhängen und schon mal Ideen sammeln, damit beim nächsten Schreiben auch die ersten 15 Minuten schon effektiv genutzt werden können – ganz ohne betrübtes Seufzen.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Taschenspielertricks


Wirft man Münzen ins Loch im Stoff
Was nicht bodenlos ist, ich hoff
Hinein ins Warme, so wies gefällt.
Schwupps schon hat man Taschengeld.

Das Selbe klappt mit Messer, Spiegel, Kämmen
Doch dann wird’s in der Hose klemmen.
Nimmt man die Jackentasche zu
Hat man die Hände frei im Nu.

Ein bisschen Zellstoff passt noch rein
Das wird dann wohl ein Taschentuch sein.
Lampe, Buch und Schirm sind über
Wir siedelns in ne andere Tasche rüber.

Und eh man sichs versehen hat
Ist man vom Taschetragen matt.
Die Handtasche ist am klemmen.
Man muss sie mit Arm statt Hand stemmen.

Da sag noch einer – Pardon Klischee
Frauen und ihre Handtaschen, nee, nee, nee!

Montag, 17. Oktober 2011

Das Seufzen der Jugend


Die Frankfurter Buchmesse ist gerade zu Ende gegangen und eben erst wurden auch die Preisträger des deutschen Jugendliteraturpreises 2011 bekanntgegeben.
Zufällig habe ich auch gerade ein mit diesem Preis ausgezeichnetes Jugendbuch gelesen. Tamara Bach erhielt 2004 für „Marsmädchen“ den Preis in der Sparte Jugendbuch.
Das Buch ist ein großes Seufzen. Ein Seufzen, das ich gut kenne. Das Seufzen der Jugend, in der man noch nicht weiß, wohin es einen treiben wird. Man steckt an dem altbekannten Ort fest, alles ist gleich, durchzogen von Sehnsucht und Ungeduld.
So geht es auch der 15-jährigen Miriam, die in einem kleinen Ort irgendwo im Nirgendwo aufwächst. Mit ihren Freundinnen Ines und Suse verbringt sie die Schulpausen heimlich rauchend auf der Toilette. Mit ihrer Mutter scheint sie sich wegen völlig unnützer Dinge in die Haare zu kriegen.
Alles wird anders, als das neue Mädchen in der Klasse ist. Miriam freundet sich mit Laura an. Und auf einmal hat Miriams vage Sehnsucht einen Namen. Nur so richtig verstehen kann sie es zuerst noch nicht. Und dann ist auch ständig dieser andere Junge, Phillip in Lauras Nähe.
Sogar Miriams Bruder Dennis bemerkt die innige Freundschaft zwischen seiner Schwester und Laura. Er stellt sie zur Rede und sagt, er habe gehört, Laura sei anders.
‚Klar ist Laura anders. Laura ist anders als alles, was ich je kennen gelernt habe. Laura ist anders und das ist gut, weil alles hier so gleich ist.’
Laura ist das Mädchen vom Mars, so anders ist sie.
Als ich das Buch gestern in meiner Sonntagabendmelancholie beendet habe, hat es mich sehr angerührt. Es war schwer, danach ein nächstes Buch aus dem Regal auszusuchen. Erst einmal musste ich mich in den Erinnerungen an meine eigene Jugend wälzen. Ich wollte noch nicht, dass das Buch zu Ende ist. Dass mir das so deutlich bewusst wird, passiert selten. Dennoch ist das Ende, genau so wie es ist, richtig. Den Jugendliteraturpreis hat es zurecht erhalten.
Fazit: Lesen! Und zwar am besten so früh wie möglich!
Geeignet für: Jugendliche und alle anderen, die die Jugend im Herzen tragen
Mehr hier.

Samstag, 15. Oktober 2011

Warum ich keine E-Books mag


v     Weil man mit E-Books keine Pflanzen für ein Herbarium pressen kann.
v     Weil ich die Vorstellung bedenklich finde, ein E-Book mit in die Badewanne zu nehmen.
v     Weil man nicht mit einem Bleistift eine Notiz in ein E-Book machen kann. Man kann auch nicht unterschiedlich stark aufdrücken, damit man die Bleistiftspuren wieder wegradieren kann oder sie sich ins Papier einbrennen. Mann kann auch nicht mit anderen Stiften ins E-Book schreiben.
v     Weil man in E-Books keine Eselsohren knicken kann.
v     Weil man E-Books nicht so vorsichtig liest, damit der Buchrücken nicht knickt. Genausowenig kann man bei E-Books den Buchrücken um 360° durchbiegen.
v     Weil E-Books Strom kosten. Und irgendwann ist der Akku alle – bestimmt, wenn es gerade ganz spannend ist.
v     Weil man kein altes E-Book von Oma auf dem Dachboden finden kann.
v     Weil E-Books Raubkopiererei zu einem Kinderspiel machen.
v     Weil man – will man ein E-Book verschenken – gar nichts richtig in der Hand hat.
v     Weil man E-Books nicht ins Regal stellen kann. Ergo kann man bei anderen nicht im Bücherregal herumstöbern. Man kann sie garantiert auch nicht alphabetisch oder nach anderen Kriterien im Regal sortieren und dabei immer wieder herausnehmen und anfassen.
v     Weil E-Books Institutionen wie Bibliotheken überflüssig machen.
v     Weil sie keinen Geruch haben (weder nach Papier noch nach Druckerfarbe noch nach anderen Menschen).
v     Weil man nichts in E-Books ablegen kann. Keine Kassenbons, keine Einkaufslisten, keine Visitenkarten, keine Postkarten, keine Telefonnummern, keine Liebesbriefe.
Okay, eine Sache gibt es da, die ich mögen könnte: haben E-Book-Reader eigentlich ein selbstleuchtendes Display? Freihändig ohne Taschenlampe unter der Bettdecke zu lesen stelle ich mir sehr schön vor. Im Winter, wenn es kalt ist oder wenn man sich vor Spannung und Grusel verkriechen möchte.
Aber bitte, bitte, lasst es nicht aussterben, das Buch aus Papier!

Chocolate for Brunch

[English translation - for the German text click here]

Rain-soaked nature rushes past in front of the window. The paths of the raindrops are directed into a certain way by the airstream. All of them look almost parallel. Sunshine wouldn’t be suitable now anyway. It is the most stupid time to go by train: Sunday morning. What you usually do on a Sunday morning is lie in bed with your flame, until you’re starving and you have to call breakfast brunch. Sunday morning you recover from last night’s party, walk down memory lane. Then you perhaps do the laundry or the dishes. Just no overworking. Sunday morning is a holy time, a lazy time. A time of which I sometimes think it has mesmerised all people or beamed them to another planet. The streets are empty, shops are closed. Everyone breathes deeply and is occupied with oneself and their mundane needs. Only I sit on a train on a Sunday morning. At that time people only go short distances, to be able to sit at Mummy’s lunch table. And to be able to present the new flame to Mummy. I have seen those people who boarded the train with me. Terribly smitten people. Awful. I would prefer any other activity to that of having to go by train on a Sunday morning.
I feel how the heavy vehicle needs a lot of force to brake. Will the paths on the window adopt a new course? I glance at the empty station that comes rolling behind the window. Guben. Another hicktown. I think once I arrive home I’ll go to bed to catch up on the Sunday morning feeling. But I’ll probably feel even worse then. As the train wheezily sets in motion again I push my head into the seat and turn away from that misery. I lift the book that lay in my lap the whole time. Now really.
I read a sentence and I don’t read it and I look up because the swinging door in front of me moves. “Emma, look, just sit right here.” A young mother leads her child along the corridor, holding her by the hand, and shows her the two seats opposite mine.
“Are these free?”
When I look at her our eyes meet. “Yes, sure.” Sure, sit right down, that’ll lift my spirits for sure. She looks breathtaking and for sure she would be perfectly curried if she hadn’t been surprised by the rain. She puts the wet umbrella under the seat and sits diagonally opposite of me. Some water drops roll down her temple, almost like they did at the window, only sexy.
“Just sit down first, you can eat your egg in a minute.” The kid still stands in the corridor and is occupied with unwrapping her chocolate egg from its tin foil. The mother takes it from her hands so that she can sit down before the train wobbles too much. Her daughter doesn’t consider the seating options very long and sits down, not next to her mother, but opposite of her. Right next to me. Of course.
“Come on, open your jacket.” The young woman bends forward to us to fuss about her daughter. She is already in a trance again though because she has recaptured her chocolate egg. I watch her peel it. Her tiny fingers have managed to peel off a piece of the tin foil, approximately the size of a pin head. “Should I?”, asks the mommy and lets her hand her the egg, which she deftly unwraps in one piece. It is snapped off her hands immediately. The kid pleasurably takes a bite.
I’m surprised that this encounter in fact lifts my spirits. For some reason. After all this dramarama with Steffi yesterday I would have expected everything but being amused by a child and being detracted from my inane sorrows. Even the way she consumes the egg is life-enhancing. If I were her I would have tried to find the joint of both parts of the egg and to separate it along this line. Then I would probably have bitten into one of the halves and in between eating I would have opened the little plastic container. But she just bites into the whole of it, even though her teeth touch the plastic in the centre of the egg then.
I have to smile and look away. Maybe one shouldn’t do that. Maybe one shouldn’t stare at strange children like that. I look back to the mother, who probably hasn’t even realised my fascination for her daughter because she herself is magnetised by the act opposite her. She’s wearing a red summer dress in a simple shape with fine orange flower ornaments on it. Knee length. And her legs are crossed and her knees…naked.
I look out of the window as if I was bored. Only yesterday I got lectured on by Steffi. So, switch head off, back to the book! I try to get back into the story when I hear “Chocolate doesn’t make people dirty. Chocolate makes clean.” She proclaimed this in such a deadly serious way that I simply have to laugh. I look over and find her nodding her head towards her mother with her eyebrows raised. Her mummy smiles wisely. “Can you do this?” she demands of her and simultaneously lifts one of her hands into the air and splays her fingers apart. The little girl imitates it immediately and bends forward a little to be able to see her palm. Some children really should be doing stand-up-comedy. “This is not dirty,” she says although even I can see the brown smear at her fingers. She turns her head toward me as if she was looking for someone else to convince of her theory. She’s looking at me expectantly.
“That depends on how you define dirt.” Silly me, at her age she doesn’t know yet what the word define means. I have to try again. “Chocolate is not dirt for you, is it?”
She shakes her head.
“Chocolate doesn’t make people dirty. Chocolate makes clean,” she repeats.
“So you’re using chocolate instead of soap at home?” I dig deeper.
She giggles with a screeching undertone. As much as I love chocolate I believe I can only touch it again in at least a week. That’s mostly Steffi’s fault.
She unaffectedly continues her snack while I try to occupy myself with something else. I feel her gaze that falls on me from time to time. I helplessly look from the window to my book to her mother. Her eyes were waiting for me.
Oh.
Wow.
Is she considering talking to me? She shouldn’t force herself to polite talking! Maybe I should look away again to signal her that. In this moment her gaze goes to her daughter. “Shall I help you?” A real nice warm voice! I just accidentally noticed that now. Oh great. While she’s opening the little plastic container for her daughter I’m thinking of Steffi. I should have taken her report as a warning. But you never think that far in such a moment. It always feels as if you have the biggest and most dramatic fate yourself. At least we could be honest and didn’t have to hide. Finally screaming out loudly: I curse my life as a single woman while everyone around feasts in happy togetherness. I love my Steffi. At last I don’t have that feeling of guilt for not granting someone something. Finally I get a full “Yes!” as an answer and a spit to run riot at the chocolate fondue. Marshmallows, fruits, we lived the life of Riley. We even covered chocolate with chocolate. Until we had the idea to dump the vodka from our glasses into the fondue. That was when we realised that each of us is as poor as the other. I’m just single and Steffi has fallen in love with a straight girl. She’s getting all flustered because of that. Poor wretch!
The mother bent forward and ties the little plastic bracelet, which was inside the chocolate egg, around her daughter’s wrist. She wipes her daughter’s fingers with a paper tissue and she doesn’t even protest. Well she obviously wasn’t too convinced about her chocolate-is-no-dirt-theory herself. When the mother has finished the little one stretches her arm to be able admire her new jewelry. She looks at me. She’s waiting for a reply. “Faaaancy!” She giggles. Did I say something wrong?
Her mother is grinning too. Oh great.
I just smile along and slowly and without ostentation turn to look at the window. We arrive at the station. There we go. Suddenly I flinch.
“From toywonderland came to me,” she squeaks next to me as if there’s no tomorrow. I look at the cause of the sound, scandalised, and I’m laughing again. She’s covering her ears with her hands!
“…A little teddy bear, you see.” If you have your ears covered you can sing really loudly even though you can hear yourself only muffled. A child that likes to experiment.
“And his fur was supersoft…”
Very sweet. I look down at her and hope I have put on a praising gaze. I’m glad she can’t hear me, so I don’t have to say anything.
Suddenly she tears away her hands from her ears. “Could you hear me?”
“Er.” Her mother seems to be enjoying this. “Yes. Actually you were really loud.” She glows happily before I can keep her from it, her hands are back on her ears, blocking them soundproof. “From toywonderland came to me…” I think she is even louder now.
Her mummy is grinning but tilts her head and covers her eyes from the side towards the other passengers. She mouths a soundless “No” in my direction.
“A little teddy bear, you see.” Really, I’m not a heroine but some self protection instinct sets in now. I tap her on the shoulder so that she looks at me. I motion my hands in the direction from my ears. She imitates it. “Maybe you should practise this at home. There are other people here and…maybe they don’t like this so much.”
“Oh my goodness! Imagine she would do that at home. Don’t talk her into such things or I won’t have quietness for days.
I look from mother to daughter and back. “Hm,” I declare. I realise that the little girl is watching me. Maybe I’m lucky and she’ll just forget what she’s just been doing. Well, I don’t know about the stages of development of children. I can’t even guess her age. Three, four, five?
“From toywonderland came to me…” Oh no.
“It is the best way to ignore her. It will become too boring for her then.” She bends a little further into my direction, obviously wants to chat a little. “You’re good with children. Do you have any yourself?”
If I was the queen in Germany, every woman would have to participate in a compulsory seminar to learn to a) recognise lesbians and b) to recognise if a lesbian is into you. One could also do a workshop on how to behave accurately towards the lesbian. Yes, maybe such a seminar should be an alternative to dancing lessons in one’s school career. I realise that her enchanting eyes are waiting for a reply from me. No, the seminar should definitely be obligatory. So much useless painful lovesickness, so many complicated talks could be minimised.
“No, I don’t have any children.”
She looks unpleasantly to her daughter who has still not lost any of her enthusiasm. She puts her hand on the girl’s arm and shakes her head. The girl stops singing and takes her hands from her ears.
“Enough is enough!” Her mother sounds more serious but not angry.
The little one slides to the edge of her seat without a word and starts to swing her legs.
“Yes, Emma can be a little monster sometimes,” she turns to me again. “Still, nothing in the world could substitute her. I can really recommend it to you. Sounds kitschy but children are a blessing.” She looks at me strikingly without appearing too serious. “And you, are you doing a trip?” Goosebumps have developed on her arms which she tries to fight by rubbing.
“I visited someone. Now I’m going back home because my friend’s parents are coming to see her today. So we’re taking turns in visiting.” Where did that come from please? Is that any of her business?
“On Sundays one meets the family. It has been like that for ages and is still valid today.”
“Yes.” Let’s see which self-pitying DVD I could watch later. A really sentimental story would be the right thing for today.
“We’re going until the final destination. You too?”
I nod.
She smiles at me and radiates a frankness I haven’t seen in a long time. She’s really waiting for me to keep small talking with her. But I’m not doing her that favour. I don’t want to ask where she’s going to hear that she’s on the way to her husband. I don’t need to go through that trouble.
She says “Hm” and looks from me to Emma. “I’m wondering…?” She looks at me hesitant and lowers her voice: “Do you think it’s possible to leave you two alone for a few minutes?”
I look to Emma. Did she understand what her mummy just said?
“Er, yes, why not?”
“What’s your name anyway?”
“Verena,” I say promptly without thinking.
“Emma, I’ll just leave you for a minute. Can you stay here with Verena?”
Emma looks at me again and seems to be waiting for something. Her mother is already gone in the direction of the toilet sign. I’m just glad that Emma doesn’t suddenly start to cry. That would be embarrassing.
“Do you want me to sing again?” She grins devilish while her palms hover in front of her ears.
“No!” Now it all depends on me. What do you play with a child? “Do you know rock, paper, scissors?”
“I can sing with mummy Jette then.” She giggles visibly amused.
“Your mum won’t be happy about that. She said she didn’t want you to sing at home. And you don’t want to make her sad.”
“Mummy Jette isn’t my mummy.”
I stare at the little creature in her pink dress next to me as if seeing her for the first time.
“Mummy and mummy Jette don’t like each other that much anymore but we go visit her because I like playing with mummy Jette.”
“Oh, well,…that’s…great,” I stutter. “What do you play with her?”
“We play tag, hide and seek, with my doll or drawing.”
I tried to consider which of these games we could play on the train now. “Hm, how about…shall we look out of the window together? Look how the trees are rushing past!”
“No but mummy brought a book. We can read that.” She’s jumped from her seat and is browsing the content of her mother’s backpack. When she struggles to sit back on her seat, I take the book from her to help. Then I hold it in the middle so that I can read it out to her. Good, it doesn’t even have text! “Look here…” I tap on the picture of something and ask “What is that?” For a moment we both delve into the study of the picture.  
Suddenly she’s right in front of us. Her hair is still damp but her goosebumps are gone. Her smile slides directly to my stomach area. She takes her time to go back to her seat, seems to be enjoying the position of the distant observer.
Emma taps me from the side. “You’re not listening to me, are you?” She sounds deeply outraged.
“Yes, of course I am.”
“Thanks for watching her, Verena.” She sits down, but not on her former spot but right opposite me.
“Anytime.”
She’s crossing her legs and leans against the window. “I’m Carmen by the way.” I’m swallowing my nervousness when I see the expression in her eyes. This is not a game and it has never been one.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Sans Susi

Sans Susi (© 2006)

Ich war mit Susi
Im Sanssouci.
Da gab’s Schmusidusi
Und Telepathie.

Wir dachten beide
An unsere Nacht in Seide
Am Tage zuvor,
Das war bevor ich sie verlor.

Vorm Bett vom Fritz
Traf uns der Blitz.
Ich hielt ihre Hand
Und war wie gebannt.

Bisher gab es nicht Eine
Mit einem Herzen so reine,
Der ich alles wohl gab,
Was mein Leben vermag.

Susi hat mich verlassen,
Nichts ist wie es war.
Ich kann es nicht fassen,
Nichts ist mir klar.

Kann nicht wachen, nicht ruh’n.
Der Schmerz vergeht wohl nie.
Bin doch sans Susi nun,
Aber nicht sans souci.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Eifersüchtig durch den Winter


Es wird so langsam Herbst. Das merke ich persönlich immer daran, wenn ich vermehrt Kerzen anzünde und den Tee auf ein Stövchen stelle, um ihn vorm Auskühlen zu bewahren. Bis zum Winter ist es da nicht mehr lange hin. Passend dazu möchte ich euch heute den Roman „Eifersüchtig durch den Winter“ von Regina Nössler ans Herz legen.

Quelle: konkursbuch.com

Alles beginnt mit einem Schock für die Ich-Erzählerin Anita. Sie findet handfeste Beweise dafür, dass ihre Partnerin Sabine eine andere hat. Und dabei geht es zwischen Sabine und der anderen offenbar auch richtig heiß her.
Anita fällt in ein tiefes Loch. Und das, wo sie doch eh schon so ein armes Würstchen ist. Als studierte Germanistin jobbt sie bei einem Marktforschungsunternehmen und füllt lustlos endlose Fragebögen zu diversen Produkten aus. Soll natürlich nur eine Zwischenlösung sein. Davon  fällt natürlich nicht viel ab. Sie wohnt als illegale Untermieterin in einem zugigen Altbau ohne Zentralheizung. Es gibt zwar einen Ofen, aber der macht auch Mucken und Anita muss auf die Ankunft des Handwerkers warten. Erwähnte ich, dass sie gerade auch kein Warmwasser hat? Grausige Alltagszustände, die es ermöglichen, dass Anita nach der aufgedeckten Affäre von Sabine voll und ganz in Selbstmitleid verfallen darf.
Der einzige Lichtblick sind die anderen Frauen um sie herum. Ihre beste Freundin Dolores, der sie jederzeit ihr Leid klagen kann, ihre nette Arbeitskollegin Verena, und viele andere. Sie schenken ihr ein wenig Zerstreuung und nicht nur ein offenes Ohr sondern auch dann und wann eine Badewanne mit heißem Wasser.
Sogar neue Verehrerinnen stehen auf der Matte (Gisela und Chefin Ella). Frauen, Frauen, Frauen, aber es ist natürlich die Eine, die ihr nicht aus dem Kopf geht. Ihre Noch-Freundin Sabine, der sie auch einfach nicht sagen kann, dass sie hinter ihr Geheimnis gekommen ist. Stattdessen quält Anita sich mit selbstzerstörerischen Gedanken und schnüffelt Sabine gekonnt hinterher. Sie befinden sich in einem seltsamen Vakuum, können nicht wirklich reden, keine scheint zu wissen, was die andere denkt oder will. Sie leben so voreinander her.
„Eifersüchtig durch den Winter“ ist kein Buch, das vor Melancholie strotzt. In einem schnodderig bitterbösen Ton („Dann fick dich doch durch ganz Berlin!“) macht Anita ihren Gefühlen Luft und erweckt dabei bei der Leserin mehr als ein Schmunzeln. So ehrlich wie Anita sind viele Menschen noch nicht einmal zu sich selbst. Die Lösung scheint glasklar: Sabine in den Wind schießen. Wenn das mal immer so einfach wäre. Und vielleicht, vielleicht gibt es ja doch noch eine plausible Erklärung für den Fehltritt?
Wer wissen möchte, ob Anita und Sabine einen Neuanfang wagen werden und ob Anitas Ofen endlich wieder das tut, was er machen soll, möge sich mit „Eifersüchtig durch den Winter“ den Winter (oder Herbst) versüßen.
Fazit: Die Schreibe von Regina Nössler macht Lust auf mehr.
Geeignet für: den Winter; sowie alle Situationen, in denen man in Selbstmitleid zu versinken droht.
Mehr hier oder hier.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Judge a book by its cover


Darüber, dass man ein Buch bitteschön nicht aufgrund des Covers verurteilen darf, haben sich schon viele ausgelassen. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass eine intelligente Covergestaltung Gold wert ist. Ich selbst bin das beste Beispiel. Die Chance, dass ich ein Buch überhaupt erst einmal in die Hand nehme oder anklicke und mir den Klappentext zu Gemüte führe, ist wesentlich größer, wenn mich das Cover anspricht. Es lohnt also durchaus, einmal mehr über die Gestaltung des Buchdeckels nachzudenken. Auch darüber haben sich schon viele Schreiberlinge das Hirn zermartert. Ich habe mir ebenfalls ein paar Gedanken gemacht.
Besonders negativ aufgefallen sind mir Buchcover mit Fotos von Menschen darauf. Sicher, diese Personen können äußerst attraktiv und ansprechend aussehen, aber wenn vorn schon ein Gesicht abgebildet ist (womöglich der/die Protagonist/in), wieso sollte man als Leser sich dann noch die Mühe machen und die eigene Fantasie ankurbeln? Und was, wenn das abgebildete Gesicht mir auch noch irgendwie unsympathisch vorkommt? Nicht zu vernachlässigen ist, dass diese Gesichter schnell veraltet wirken können. Ich denke da vor allem an Frisuren- und Make-up-Mode. Mit einem Vokuhila spricht man eben die heutige Leserschaft nicht mehr an (obwohl der Inhalt des Buchs vielleicht zeitlos ist und sich durchaus noch verkaufen ließe). Beispiel
Eine gute Alternative, um den Fallen aus dem Weg zu gehen, ist von der Fotografie auf die Malerei (oder Zeichnung) umzusteigen. Wenn Menschen auf einem Gemälde dargestellt sind, wirken sie in der Regel geheimnisvoller und interessanter als auf einem einfachen Foto (zumindest wenn die Darstellung nicht gerade naturalistisch ist). Beispiel
Man will weder Gemälde noch Zeichnung? Ganz klar, den Models den Kopf abschneiden! Natürlich nur mit dem Fotobearbeitungsprogramm. Klingt brutal und unästhetisch, aber ich finde es sehr wirkungsvoll. Dann muss nur noch auf eine zeitlose Bekleidung geachtet werden.
Noch schneller als Modetrends entwickelt sich übrigens Technik. Also bloß keine Handys, Laptops und ähnliches abbilden. Dann hat das Buch wahrscheinlich nur eine Halbwertzeit von zwei Jahren.
Das Gegenteil von Technik ist Natur. Landschaftsdarstellungen finde ich in der Regel aber auch eher langweilig (aber ich denke da auch gerade an bayerische Berge oder endlose Lavendelfelder). Aber ich gehöre auch nicht unbedingt zur Zielgruppe derer, für die diese Bücher geschrieben werden.
Puh, was bleibt nun übrig? Was sollte man auf ein Buchcover packen? Es sollte auf jeden Fall in irgendeinem Bezug zum Titel und/oder Inhalt des Romans stehen. Kleine feine Details, Szenerien, Gegenständliches. Je nach Ton und Genre des Buchs gern schreiend bunt oder eben farblich dezent.
Ich stelle gerade fest, dass das wirklich ein weites Feld ist. Man kann unmöglich ein Universalrezept für ein gelungenes Cover zusammenschustern. Und zu guter Letzt bleibt die Maxime: über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.
Und doch gibt es deutliche Unterschiede, was den Geschmack anderer Kulturen angeht. Den Geschmack an Buchcovern wohlgemerkt. Man möge dazu einmal den anglophonen Markt der Unterhaltungsliteratur durchstöbern. Irgendwie sind sie anders. Extremer würde ich es nennen. Gerade da kann aber auch viel schief gehen. Zu dem Thema habe ich den wunderbaren Blog einer aufmerksamen Leseratte entdeckt, die die schrägsten Cover (des anglophonen Sprachraums) versammelt und auf die Schippe nimmt. http://judgeabook.blogspot.com/ Leider bloggt sie momentan (vorerst) nicht mehr.
Auch auf den Blogs und Webseiten der deutschen Buchliebhaber gibt es viele Beiträge und Listen mit den schönsten und hässlichsten Buchcovern. Das letzte Wort ist auch hier sicher noch nicht gesprochen.


Samstag, 8. Oktober 2011

Erst gestern

Erst gestern (© 2007)

Erst gestern, ach, da standen hier
Bauernhöfe mit Getier.
Hund und Pony rannten froh
Fast schon bis ins Nirgendwo.

Erst gestern, ach, da wuchsen hier
Klee sogar mit Blättern vier,
Linden größer als ein Haus,
Blumen auch in Saus und Braus.

Erst gestern, ach, da floss auch hier
Der klare Fluss, drin schwammen wir.
Die Gänse rannten kreischend weg,
Als wir spielten laut Versteck.

Heute sind die Tiere fort,
Auch kein Bauernhof mehr an dem Ort.
Nur ein Hund soll noch bewachen
Die Wohnung mit den sieben Sachen.

Heute steh’n hier Straßenschilder,
Autos rasen immer wilder.
Es hilft auch kein Fleh’n,
Bald wird hier gar die Autobahn steh’n.

Heute knattern hier Maschinen,
Machen Wälder zu Ruinen,
Hämmern, walzen, plätten Ähren.
Die Natur kann sich nicht wehren.

Freitag, 7. Oktober 2011

Voll doof


Das folgende Buch hat Mimis Gütesiegel erhalten. Sie war hellauf begeistert, als ich ihr daraus vorlas. „Voll doof: 101 Dinge, die Sie nicht tun müssen, bevor Sie sterben von Richard Wilson hat auch mir gefallen. Es versammelt allerlei Aktivitäten und Kulturgüter, über die jeder gern spricht. Aber muss man sie unbedingt selbst erlebt haben? Definitiv nicht.
In der Einleitung erklärt der britische Comedian Wilson, wie es überhaupt zu dieser Antihaltung kommt. Er stammt aus Yorkshire, wo man laut seiner Aussage von Natur aus knauserig und vorsichtig ist. Aber und das ist das Tolle an der Yorkshire-Mentalität man kann diese Geisteshaltung auch annehmen, wenn man nicht dort geboren wurde. Die Wahrheit ist nämlich, „dass man nicht automatisch glücklich wird, nur weil man alles Mögliche erreicht, besitzt oder sieht“. „Der Trick dabei ist [nämlich], von vornherein gar nicht viel zu wollen“. Das klingt ein wenig nach Selbstbetrug, aber ich kann von meiner Position aus sagen: ich hatte noch nie das Bedürfnis mit dem Fallschirm zu springen, einen Tiger zu streicheln oder gar einen Marathon zu laufen.
In „Voll doof“ erklärt Wilson also exemplarisch, weshalb man auf dies oder jenes getrost verzichten kann. Dabei verwendet er einen wunderbar trockenen Ton und gemäß des britischen Humors lassen sich so ziemlich alle Synonyme für ‚sterben’ in diesem Buch finden.
Eingangs schreibt er, dass er die Aktivitäten nicht in Kategorien zusammengefasst hat. Natürlich hatte er darauf keinen Bock (an dieser Stelle völlig legitim). Skurillerweise wirkt das Inhaltsverzeichnis auf mich doch ziemlich sortiert. Die ersten Kapitel befassen sich mit Reisezielen, die man unbedingt gesehen haben sollte, bevor man den Löffel abgibt. Humbug. Es folgen Aktivitäten, die man nicht ausgelassen haben sollte, bevor man die Radieschen von unten sieht. Quatsch. In der Rubrik ‚Kulturelles Zeug’ sind Musikalben, Filme und Bücher aufgelistet, die man unbedingt konsumiert haben muss, bevor man das Zeitliche segnet. Erstmal sag ich schnell ‚Blödsinn’, dann muss ich noch grundsätzlich etwas zu dieser Rubrik anfügen. Es spiegelt sich hier nämlich der kulturelle Kontext des Autors, zum einen dadurch dass hauptsächlich anglophone Kulturgüter genannt werden, zum anderen entstammen sie alle einer bestimmten Generation. Die endlosen Ausführungen zu den Musikalben und Filmen waren mir schon etwas zuwider, weil ich meist sowieso noch nie gehört hatte, dass man dieses und jenes bis zum Ableben gehört oder gesehen haben sollte.  Bei den Büchern werden wirklich einige Klassiker genannt. Manch einen möchte ich sogar noch lesen (egal, ob mir dieses Buch das nun ausreden will oder nicht). Nach der Kultur-Rubrik folgt noch ein Sammelsurium aus allem möglichen Quatsch: Drogenexperimente, ein Baumhaus bauen, eine Rebirthing-Erfahrung, Nacktbaden, das eigene Haus bauen, ein Musikinstrument lernen und vieles mehr. Alles voll doof.  
Und dank dieses Buchs habe ich sogar einen Namen für meine Mentalität gelernt: ich bin im Herzen Yorkshirianerin (ich muss ständig an Yorkshire Pudding denken, der übrigens sehr zu empfehlen ist).
Fazit: Lesenswert (aber nicht zwingend bis zum Dahinscheiden zu erledigen)
Geeignet für: Krankenhaus- oder Gefängnisaufenthalte und natürlich für alle Yorkshirianer, die Argumente fürs Neinsagen sammeln.
Mehr dazu hier.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Das Revival der Postkarte


Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber ich habe einigen Leuten einen Blogpost dazu versprochen.
Letzten Monat überkam mich die Freude. Ich verschickte Einladungen, packte ein paar Physalis dekorativ ein, wusch die Pappteller noch mal ab und zauberte mit Hilfe von Herrn Aldi allerlei Leckeres. Nun ja, es gilt Maß zu halten, nicht wahr? Das Ganze nannte sich dann book-release-Party. Sekt gab es auch, allerdings habe ich tatsächlich vor lauter Schreck vergessen, die Flasche zu öffnen. Ob das ein gutes oder ein schlechtes Omen ist, vermag ich nicht zu sagen. So oder so muss ich wohl noch üben, was die Partyorganisation angeht.
Woran es mir jedoch nicht mangelt sind kreative Ideen. Und so hielt ich jeden Gast an, seine oder ihre eigene ‚Eintrittskarte mitzubringen. Wo andere unzählige Beweisfotos schießen, wollte ich lieber schwarz auf weiß haben wer anwesend war. Und zwar auf einer Postkarte. Das passt sogar ein bisschen zum Thema des Buchs, denn die Briten sind mindestens genauso große Kartenfans wie ich (zumindest an Weihnachten). Ich finde ja, man darf sie nicht aussterben lassen, die Kurznachricht auf 10x15 cm.
Wer nicht kommen konnte, durfte eine Briefmarke zu Hilfe nehmen. Für viele sicherlich ein ungewohntes Unterfangen, wo doch sonst Kurznachrichten eher aus 160 Zeichen bestehen und von einer Sekunde auf die nächste beim Empfänger sind.
Die wunderbar ausgesuchten Motive möchte ich euch nicht vorenthalten.
von links nach rechts: "On seeing the group of gorgeous guys, the girls decided to act naturally", "Bereit für Blind Dating?", Bretagne, "Tittentanz im Spitzenschlüpfer", "Moin Moin"

von links nach rechts: Trinity College Library Dublin, Pin Up, "Frauen sind nicht kompliziert, Frauen sind eine Herausforderung", Igel beim Friseur, "Congratulations from the guy with the orange tie", Laschwappen [Waschlappen]

Ich möchte mich hiermit ganz herzlich für alle Glückwünsche (auch die virtuellen) zu „Last minute Liebe bedanken.